P23

P 23 - Lohnentwicklung im Lebenszyklus - Eine Analyse

Projektbearbeiter:
Prof. Regina Riphahn, Ph. D., Universität Erlangen-Nürnberg

Auf der Suche nach Flexibilisierungspotenzialen auf dem deutschen Arbeitsmarkt betrachtet dieses Projekt die Determinanten der Löhne älterer Arbeitnehmer. Die Arbeitslosigkeit unter älteren Erwerbspersonen stellt sich als ein chronisches Problem der deutschen Arbeitsmärkte dar, und es ergibt sich die Frage, ob die Lohnstruktur zu ihren Ursachen gehört. Vor diesem Hintergrund ist es von Interesse, sich der Thematik der Lohnsteigerungen im Lebenszyklus zuzuwenden und zu prüfen, in welchem Ausmaß Löhne mit wachsender Betriebszugehörigkeitsdauer und Arbeitsmarkterfahrung am deutschen Arbeitsmarkt steigen, wie sich dies erklären lässt und ob es Heterogenitäten gibt, die den Erklärungsansätzen entsprechen. Das Projekt geht in zwei Schritten vor. Zunächst wird eine dem Stand der Forschung angemessene Schätzung der Lohneffekte von Betriebszugehörigkeitsdauer und Arbeitsmarkterfahrung für Männer und Frauen in Ost- und Westdeutschland durchgeführt. Die genutzten Daten reichen bis zum aktuellen Rand und erlauben, Entwicklungsmuster in den Lohnstrukturen über die letzten zwanzig Jahre aufzudecken. Der zweite Schritt betrachtet Heterogenitäten der Lohnstrukturen, beispielsweise, um Löhne in tarifgebundenen und - ungebundenen Beschäftigungsverhältnissen zu vergleichen. Zusätzlich wird im zweiten Schritt die Begründung für die gefundenen Lohnstrukturen untersucht. Hier kennt die Literatur zwei konkurrierende Theorieansätze, die zu unterschiedlichen Vorhersagen führen. Während die Humankapitaltheorie von grundsätzlich produktivitätsreflektierenden Lohnprofilen ausgeht, vermutet die Theorie der verzögerten Entlohnung (deferred compensation), dass Lohnsteigerungen im Alter insbesondere dort eingesetzt werden, wo eine andere Kontrolle der Arbeitsleistung älterer Arbeitnehmer nicht möglich ist. Es wird getestet, welches der Modelle die in Deutschland vorherrschenden Gegebenheiten besser erklärt.