Arbeitspaket 5

AP5 untersucht mit feldexperimentellen Ansätzen die Beziehungen zwischen verschiedenen nichtstaatlichen und individuellen Akteuren. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass individuelles Verhalten in realen Entscheidungssituationen analysiert wird. Dadurch können die Ergebnisse der laborexperimentellen Untersuchungen komplementiert und Aufschluss über das Verhalten von Individuen in natürlichen Entscheidungssituationen gegeben werden.

AP5a fokussiert sich auf Gemeinden als nichtstaatliche Akteure. Die unterschiedlichen bereits vorhandenen oder geplanten regionalen Klimaschutzinitiativen der Städte Heidelberg, Mannheim, Hamburg und Münster stellen die Vergleichsgrundlage für die experimentellen Untersuchungen dar. Dafür wird unter anderem analysiert, welche Art dieser städtischen Initiativen das individuelle Klimaschutzverhalten eher fördern (crowding-in) und welche dieses eher verdrängen (crowding-out). Die feldexperimentellen Analysen werden mit BürgerInnen der Städte Heidelberg, Mannheim, Hamburg und Münster durchgeführt. Die Versuchsreihen in den unterschiedlichen Städten erlauben es, Vergleiche der regionalen Gruppenzugehörigkeit zu untersuchen. Bereits durch das Konsortium aufgebaute Bürgerdatenbanken mit über 1700 Versuchspersonen (Heidelberg und Mannheim: ca. 800; Hamburg: ca. 600; Münster: ca. 300) werden dazu genutzt und weiter aufgebaut. Mit Hilfe von statistischen und ökonometrischen Methoden werden die experimentellen Untersuchungen ausgewertet und zur Abrundung des Arbeitspaketes interregionale Vergleiche zwischen den beteiligten Gemeinden gezogen.

AP5b fokussiert sich auf Arbeitgeber als nichtstaatliche Akteure. Eigene Klimaschutzaktivitäten von Arbeitgebern (z.B. Unternehmen, öffentliche Verwaltungen) und Normen am Arbeitsplatz stellen die Basis für die experimentellen Analysen dar. Es wird unter anderem untersucht, ob das vorbildliche Verhalten von Arbeitgebern und Normen am Arbeitsplatz Einfluss auf die Klimaschutzeinstellungen und Klimaschutzaktivitäten ihrer MitarbeiterInnen haben. Hierzu werden z.B. die Arbeitgeber- oder Umweltidentität von ArbeitnehmerInnen am Arbeitsplatz stimuliert. Die Feldexperimente werden an der Universität Hamburg und der Universität Kassel durchgeführt. Um die Relevanz nichtstaatlicher Akteure auch im internationalen Kontext zu betrachten und um die Verlässlichkeit der Ergebnisse durch eine größere Stichprobe zu erhöhen, wird das Experiment darüber hinaus auch an der Grenoble Ecole de Management in Frankreich durchgeführt.