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Ziele und Aufgaben

Die Debatte um die mangelnde Flexibilität des deutschen Arbeitsmarkts wird in Anbetracht der persistent hohen Arbeitslosigkeit seit längerer Zeit geführt. Die vielfältigen Änderungen in den Rahmenbedingungen haben in den letzten Jahren sehr unterschiedliche Reaktionen auf der Anbieter- und Nachfragerseite, aber auch innerhalb der Arbeitskräftegruppen und Betriebe hervorgerufen. Eine wachsende Heterogenität der Arbeitsmarktbedingungen über Qualifikationsgruppen, Berufe, Betriebe, Branchen oder Regionen hinweg ist die Folge. Offensichtlich gibt es hier Flexibilisierungsprobleme, die einen Ausgleich über Teilmärkte be- oder verhindern. Diese Beobachtungen führen zu neuen Herausforderungen, da den vermehrt auftretenden Starrheiten auf dem Arbeitsmarkt differenziert begegnet werden muss.

Das Hauptziel des Forschungsschwerpunkts ist es, Flexibilisierungspotenziale aufzudecken sowie die Verbindungen zwischen heterogenen Arbeitsmärkten in den verschiedenen Dimensionen herauszuarbeiten. Flexibilisierung bedeutet, Voraussetzungen zu schaffen, die es der Wirtschaft ermöglichen auf neue Entwicklungen und Herausforderungen schneller und effizienter zu reagieren. Zentraler, forschungsleitender Gedanke soll sein: Historisch gewachsene institutionelle Regelungen haben Starrheiten insbesondere auf dem Arbeitsmarkt hervorgerufen, die sich unterschiedlich auf die Anpassung von Beschäftigung (in Personen und Stunden), Entlohnung und Qualifikationsniveau der Erwerbspersonen auswirken. Anpassungen werden typischerweise dort vorgenommen, wo die Hemmnisse am geringsten sind. Im Forschungsschwerpunktprogramm sollen Analysen aus volkswirtschaftlicher, betriebswirtschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Sicht in Form theoretischer, empirisch-experimenteller oder empirisch - ökonometrischer Untersuchungen helfen, neue Erkenntnisse auf dem genannten Gebiet zu gewinnen. Das Schwerpunktprogramm intendiert eine Zusammenführung von Ökonomen und Sozialwissenschaftlern, wobei der Schwerpunkt im volkswirtschaftlichen Bereich liegen wird.

Folgende Fragestellungen sind unter anderem zu behandeln:

Sind spezielle Gruppen (Alters-, Qualifikations-, Berufsgruppen, Betriebstypen) von Änderungen besonders betroffen oder liegen bei diesen Gruppen besondere Probleme vor, Flexibilsierungserfordernissen gerecht zu werden? Welche politischen Möglichkeiten bestehen, die Anpassung zu erleichtern? Welche Rückwirkungen bestehen im Hinblick auf die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft?

Kann eine flexible Lohnanpassung eine Alternative zu einer flexiblen Anpassung der Beschäftigung in Personen und Stunden sein oder muss beides Hand in Hand gehen? Welche Gründe sprechen für oder gegen eine Lohnflexibilität bei Berücksichtigung labiler und stabiler Beschäftigungsverhältnisse sowie flexibler und fester Arbeitszeit? Welche Rolle spielen hier die Wettbewerbsverhältnisse auf den Gütermärkten und deren Veränderung?

Welche Bedeutung haben spezielle rechtliche und institutionelle Regelungen (Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Arbeitsrecht, Steuer- und Transfersystem) in Deutschland und welche (Anreiz-) Wirkungen haben sie im Vergleich zu den Rahmenbedingungen in anderen Ländern für das Flexibilisierungspotenzial und die Verteilung der Anpassungslasten auf dem Arbeitsmarkt? In welchem Umfang sind Arbeitsmarktinstitutionen ursächlich für Funktionsstörungen am Arbeitsmarkt? Welche institutionellen Arrangements tragen sowohl den Flexibilisierungserfordernissen als auch den individuellen Sicherheitsinteressen in optimaler Weise Rechnung?

Was sind die Ursachen für das Entstehen neuer Beschäftigungsformen? Inwiefern tragen neue Beschäftigungsformen den Flexibilisierungserfordernissen Rechnung?

Welche Rolle spielt innerbetriebliche Flexibilität im Personaleinsatz?

Sind stabile Beschäftigungsverhältnisse Ergebnis oder gar Voraussetzung für eine Qualifizierung der Arbeitskräfte?

Die ausführliche Begründung des Antrags finden Sie hier.